Schulstart

Jetzt sind wir schon seit mehr als eineinhalb Monate in Bukoba. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Wir haben uns alle gut eingelebt und fangen nun endlich so richtig in unseren Projekten an. Hier also ein kleiner Einblick in unseren Alltag:

Den Vormittag verbringen Paul und ich immer an der Viziwi. Dort gehen wir durch die verschiedenen Klassen, wo die Kinder sich freuen, uns neue Gebärden beibringen zu können. Um uns ihre Sprache zu lehren, lassen sie sich so einiges einfallen. Sie zeigen auf Gegenstände oder Bilder in den Schulheften, zeichnen an die Tafel oder ins Heft und buchstabieren englische Vokabeln mittels des Fingeralphabets. Dazu zeigen uns die Schüler dann die passenden Gebärden. Dies verbunden mit ganz viel Gestik und Mimik lässt uns gute Fortschritte machen. Obwohl wir so jeden Tag eine Fülle von neuen Gebärden lernen, bleiben überraschend viele davon im Gedächtnis. Somit kann ich mich definitiv schon besser in Gebärdensprache verständigen als in Kiswahili. Die Gebärden kann man sich einfach viel schneller merken, da oft eine Beziehung zwischen deren Form und dem Begriff besteht. Als die Kinder mir SLEEP buchstabierten, konnte ich automatisch die richtige Gebärde machen, ohne diese vorher gesehen zu haben. Andere Gebärden wie mein persönlicher Favorit: der FISCH, lassen sich schwerer erraten, der Zusammenhang zu dem Lebewesen wird aber klar, sobald man die Bedeutung erfährt. Wiederum gibt es auch weniger bildhafte Gebärden wie beispielsweise die für SCHWESTER. Etwas schwierig sind die Gebärden der Kinder, die mir vor allem die Kleineren alle gleichzeitig beibringen wollen und dann ganz enttäuscht sind, wenn ich sie am nächsten Tag vergessen habe. Anstatt zu versuchen, mir alle Gebärden gleichzeitig zu merken, habe ich mir jetzt vorgenommen täglich bloß zwei oder drei zu behalten, was ganz gut funktioniert.

Seit dieser Woche fahren wir auch regelmäßig nachmittags an die Viziwi, um mit den Kindern Sport zu machen. Auf dem großen Fußballfeld kommt man ganz schön ins Schwitzen, denn die Schüler zeigen vollen Einsatz. Da rennt man natürlich selbst auch motivierter dem Ball hinterher.

Mittags geht es in die Stadt zum Essen. Für umgerechnet 1,20€ esse ich fast jeden Tag Reis, Pilau (Gewürzreis), Ugali (Porridge aus Maismehl) oder Ndizi (Kochbananen) mit Tomatensalat und Spinat. Auch findet man uns oft bei Salafi, wo es warme Milch und verschiedene Gebäckstücke gibt. Weitere lokale Spezialitäten sind Chipsi Mayai (Omelett mit Pommes) und Mishkaki (gegrillte Fleischspieße). Ansonsten bieten einige Hotels auch internationale Küche an. Einziger Nachteil: man wartet dort mindestens eine Stunde auf sein Essen und es ist vergleichsweise teuer. Während wir anfangs noch recht häufig auswärts Essen waren, kochen wir nun immer öfters selbst Nudeln, Kartoffeln oder Rolex, Omlett eingerollt in einen Weizenfladen.

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Bei Salafi: sieht fettig aus, ist es auch.

Abends gehen wir weiterhin jeden Abend an den Strand zum Volleyball spielen, wo wir ständig neue Leute kennen lernen. Da Khamis nun endlich von einer abenteuerlichen Reise zur Organisation unseres Visums zurückgekehrt ist, können wir nun auch endlich mit den Motorradfahrstunden anfangen.

Letzte Woche Freitag hatten wir dann auch endlich unsere erste Sportstunde. Von nun an unterrichten wir jeden Mittag von Montag bis Freitag die 1. Und 2. Klässler, eine Gruppe von ca. 25 Kindern im Alter von 8-10 Jahren. Es hat relativ lange gedauert die beiden Fangspiele, die wir uns vorgenommen haben, zu erklären, da es schwierig ist, die Augen aller Kinder gleichzeitig auf die Demonstration des Spiels zu richten. Umso schöner war es aber als es dann endlich geklappt hat und alle die Spiele verstanden hatten. Am Dienstag haben wir dann mit Basketball angefangen. In Kürze werden wir auch noch in weiteren, höheren Klassenstufen Sportunterricht geben.

Am Montag konnten wir aufgrund des Regens leider nicht in die Schule. In letzter Zeit gewittert es immer öfters um die Mittagszeit, da die kleine Regenzeit von Oktober/November angefangen hat. Der Regen hält zwar nicht allzu lange an, ist aber dafür umso stärker. Hier ein kleines Video von heute Morgen.

Da wir nun endlich richtig in den Projekten anfangen können, freue ich mich umso mehr auf die kommenden Wochen.

Ganz liebe Grüße aus Bukoba

Linnea

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Alle wollen mit aufs Bild

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Stillhalten bitte

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Passt wie angegossen

 

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Ein Chamäleon

 

 

 


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